NDR - 45 Min: Kommunen im Größenwahn

NDR extra 3: Die überflüssigsten Thermen in Schleswig-Holstein


TV-Tipp: Kommunen im Größenwahn


Quelle: www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/start291-epgdetail_sid-845504.html

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N3 - 45 Min: Kommunen im Größenwahn

16:9 Stereo
Dienstag, 05. Oktober 2010, 22:30 bis 23:15 Uhr [VPS 22:35]

Eisstadion Brokdorf

Kommunen im Größenwahn - Eisstadion Brokdorf

© Bild: NDR/ECO Media TV Produktion GmbH/Klaus Balzer

Viele Kommunen leiden unter Finanznot und beklagen sich lautstark. Dennoch leisten sich etliche von ihnen Prestigeobjekte in Millionenhöhe, die sich weder rechnen noch sinnvoll sind.

45 Min - das Dokuformat im NDR Fernsehen - geht auf Spurensuche und fragt: Was treibt die Kommunen in den finanziellen Größenwahn?

NDR Autor Klaus Balzer reist durch Norddeutschland und untersucht die finanziellen "Abenteuer". Er entdeckt Regionen, in denen für mehr als 30 Millionen Euro ein Spaßbad gebaut wird, obwohl die nur zehn Minuten entfernt liegende Nachbarstadt seit zwei Jahren ein nahezu identisches Bad betreibt.

Er findet Orte, in denen ein Großprojekt nach dem anderen gebaut wird, weil noch das Geld durch Steuereinnahmen aus örtlichen Großbetrieben fließt. Was aber, wenn die eines Tages wegfallen? Und in Hamburg verteuert sich der Bau der Elbphilharmonie um ein Vielfaches, während Museen und Theater finanziell "aus dem letzten Loch pfeifen".

Der Film zeigt aber auch, wie sich Bürgerinnen und Bürger erfolgreich gegen den finanziellen Wahnsinn wehren können.

N3: Kommunen im Größenwahn


Unsinnige Bauprojekte im Norden

Die norddeutschen Bundesländer haben zusammen 110 Milliarden Euro Schulden. Dennoch werden für Vorzeige-Bauten hunderte Millionen Euro ausgegeben. Wie sinnvoll sind diese Investitionen?

Beispiel 1 - Flensburg: Bau eines Freizeitbades

Die Flensburger können seit Kurzem ein nagelneues Schwimmbad genießen, das Campus-Bad.

Kosten des Campus-Bades in Flensburg
Verschuldung der Stadt:400 Millionen Euro
Baukosten des Bades:16,8 Millionen
Kosten für die Stadt:Sie muss für den Bau des Bades in den kommenden 25 Jahren 34 Millionen Euro an einen Investor zurückzahlen.
Geschätzte Gesamtkosten für den Steuerzahler:55 bis 60 Millionen Euro, so Erika Vollmer von der Wählergemeinschaft "Wir in Flensburg"
Geplante Sparmaßnahmen:Streichungen der Subventionen für das Flensburger Theater, Erhöhung der Kindergartensätze
Problem:zwei gut erreichbare Spaßbäder in der Nähe, bald drei in einer Region:
1. Fördelandtherme in Glücksburg (Kosten 14 Millionen Euro)
2. Campus-Bad in Flensburg
3. in Planung: Gesundheitstheme in Schleswig
Folge:erhebliche Kannibalisierungseffekte, Besuchereinbußen von 24,7 Prozent (so ein Gutachten zur Bäderszene im Norden)
Befürworter:"Wir wollen ein besseres Leistungsangebot als das, was wir bisher hatten, weil das einer Stadt wie Flensburg würdig ist." Bürgermeister Hennig Brüggemann.
Gegner:"Für meine Begriffe ist das eine Verschwendung von Steuergeldern." Erika Vollmer von der Wählergemeinschaft "Wir in Flensburg"

Presse

Flensburger Tageblatt 05.10.2010

N3: "Kommunen im Größenwahn"
Schleswig-Flensburg

Der Norddeutsche Rundfunk zeigt heute auf N3 (ab 22.30 Uhr) eine Reportage mit dem Titel "45 Minuten: Kommunen im Größenwahn". Autor Klaus Balzer geht der Frage nach, aus welchen Gründen sich Kommunen in millionenschwere Prestigeobjekte stürzen, "die sich weder rechnen noch sinnvoll sind." Anlass für die Reportage ist laut NDR die Situation in Flensburg und Glücksburg mit dem Campusbad und der Fördeland-Therme. Klaus Balzer hat die Verantwortlichen damit konfrontiert, warum Flensburg ein neues Bad gebaut habe, obwohl "die nur zehn Minuten entfernt liegende Nachbarstadt seit zwei Jahren ein nahezu identisches Bad betreibt". Der Film befasst sich außerdem mit der Elbphilharmonie in Hamburg, deren Bau sich massiv verteuert hat. Zudem will Balzer aufzeigen, "wie sich Bürger erfolgreich gegen den finanziellen Wahnsinn wehren können."


"Geheimakte Toskana-Therme": Die Gutachten zur geplanten Therme in Schleswig

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