Bäderpark Sinsheim (Hallen- und Wellnessbad)


Presse Bäderpark Sinsheim


stimme.de 26.06.2009

Ein Badepark für 30 Millionen Euro?

Bäderpark Sinsheim - Badepark für 30 Millionen EuroDas für den Sinsheimer Badepark ins Auge gefasste Baugrundstück liegt an einem Hang in Sichtweite der Rhein-Neckar-Arena. Die Stadt wartet jetzt auf Vorschläge privater Investoren.

Fotos: Peter Boxheimer

Sinsheim - Nur einen Steinwurf von der Rhein-Neckar-Arena entfernt, zeichnet sich in Sinsheim das nächste Großprojekt ab. Private Investoren wollen für 30 Millionen Euro einen Bade- und Wellnesspark bauen. Um die Ideen zu konkretisieren, hat der Gemeinderat einen Wettbewerb beschlossen. Oberbürgermeister Rolf Geinert gab Peter Boxheimer Auskunft zu den Plänen.

Sinsheim liebäugelt mit einem großen Bade- und Wellnesspark. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Rolf Geinert: Der Gemeinderat beschäftigt sich seit weit über zwei Jahren mit der Zukunft unserer Bäderlandschaft. Unser Ziel ist es, der Bevölkerung ein Angebot zu unterbreiten, das mindestens so gut ist wie jetzt, möglichst jedoch besser. Aber wir wollen dabei Kosten einsparen. Im Januar hat es eine Bürgerversammlung gegeben, wo ich das Ergebnis der Beratungen bis zu diesem Zeitpunkt bekanntgegeben habe. Danach haben sich - auch für uns ziemlich überraschend - verschiedene private Interessenten für die Errichtung eines Bades in Sinsheim gemeldet, wodurch die Karten neu gemischt wurden. Mit ihnen haben Gespräche stattgefunden, die letztlich dazu geführt haben, dass wir jetzt diesen Teilnahmewettbewerb durchführen werden.

Was soll in Stadionnähe entstehen?

Geinert: Die Stadt will auf alle Fälle eine Möglichkeit für den Schul- und Vereinssport, sprich sechs 25-Meter-Bahnen plus ein großes Lehrschwimmbecken. Was der Investor dann parallel dazu an Wellness-, Spaß- oder ähnlichem Bad dazubaut, sind wir mal gespannt, was da jetzt an Ergebnissen kommt.

Die Rede ist von einer Investitionssumme, die bei 30 Millionen Euro liegt. Eine realistische Zahl?

Geinert: Ja.

Wer gibt mitten in einer Wirtschaftskrise einen solchen Betrag aus?

Geinert: Es gibt durchaus Investoren, auch Bäderbetreiber, die solche Dinge erfolgreich machen und die Sinsheim als hervorragenden Standort für ein solches Bad sehen. Ich denke mal, diejenigen, mit denen wir gesprochen haben, die verstehen ihr Handwerk. Die werden Analysen gemacht haben. Und ich denke, auf Abenteuer werden die sich nicht einlassen, zumal die selbst mit sehr viel Kapital in die Investition hineingehen.

Haben Sie bereits einen Investor?

Geinert: Wir haben mit mehreren gesprochen. Im Rahmen des Wettbewerbs bekommen wir jetzt Bewerbungen von Investoren. Die können wir evaluieren und entscheiden, mit wem wir und mit wem wir nicht weitergehen wollen. Im Übrigen ist der Wettbewerb ist für uns völlig unverbindlich. Wir gehen dadurch keine Verpflichtungen ein.

Lässt sich eine solche Einrichtung kostendeckend betreiben?

Geinert: Diejenigen, mit denen wir geredet haben, sind im internationalen Bereich tätig. Und deren Bäder schreiben tatsächlich schwarze Zahlen. Aber das wollen wir im Wettbewerb auch nachgewiesen haben.

Was muss die Stadt Sinsheim finanziell beisteuern?

Geinert: Die Stadt wird sich mit einem Betrag zu beteiligen haben für den Bereich, der für Vereins- und Schulsport vorgesehen ist. Das kann nicht kostendeckend, geschweige denn gewinnbringend durchgeführt werden. Dafür müssen wir mit einer Summe X bereitstehen, die im Moment noch zu verhandeln wäre. Aber wir stehen bisher allein mit Hallen- und Freibad bei zirka 700 0000 bis 750 000 Euro Zuschuss jährlich. Das muss man dagegenrechnen.

Würden die beiden bisherigen Bäder aufgegeben werden?

Geinert: Darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen worden.

Verbraucht ein solcher Badetempel nicht teures Bauland, das der Stadt dann zur Ansiedlung von produzierenden Betrieben fehlt?

Geinert: Man darf nicht vergessen, dass ein solcher Betrieb zirka 200 Arbeitsplätze zur Verfügung stellt - und zwar in einem Bereich, wo es dringend erforderlich ist -- und dass er gewerbesteuerpflichtig ist. Man muss diese Ansiedlung wie einen Gewerbebetrieb sehen.

Erwarten Sie Gewerbesteuer in beträchtlicher Größenordnung?

Geinert: Ja - je nachdem, wie erfolgreich der Betrieb ist. Ich gehe von jährlichen Einnahmen in mindestens sechsstelliger Höhe aus.

Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie pro Jahr und welches Einzugsgebiet haben Sie im Visier?

Geinert: Das ist ja nicht unsere Planung. Diese Überlegungen und Berechnungen muss der Investor tätigen. Deswegen lehnen wir uns da relativ zurück. Das hängt auch mit der Risikoabschätzung zusammen - und die muss der Investor vornehmen. Es geht aber weit übers Stadtgebiet hinaus in einen Umkreis von mindestens 100 Kilometern.

Wann kann denn der erste Badegast kommen?

Geinert: Wenn wir uns dazu entschließen, diesen Weg zu gehen, wäre es unser Ziel, dass die Maßnahme vor Beginn der Frauen-WM im Sommer 2011 abgeschlossen ist.

Ein Badepark für 30 Millionen Euro

"Diejenigen, mit denen wir gesprochen haben, verstehen ihr Handwerk."

OB Rolf Geinert


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