Der Besucherzahlen-Rechner - oder: Wie man Thermen-Besucherzahlen schön rechnen kann - am Beispiel Gesundheits-Therme Schleswig
NDR Extra 3: Die überflüssigsten Thermen in Schleswig-Holstein
Platz 1: Keitum Therme Sylt
Platz 2: Campusbad Flensburg
Platz 3: Fördeland Therme Glücksburg
Favorit der Folgesendung: Gesundheitstherme Schleswig
Presse Spaßbadplanungen Neubrandenburg
Nordkurier-Online
Kommentiert: Die Woche im NZ-Rückblick
Schnell ist man mit einer guten Idee baden gegangen, manches fällt ins Wasser, alles Redensarten. Aber beschwerlich kann der Weg ins wirkliche Nass sein. Die Neubrandenburger jedenfalls können davon ein garstig Lied singen. Und das hat in dieser Woche zumindest zwei Strophen: die des unendlichen Liedes vom Spaßbad und die vom Saisonstart in den Freibädern an Tollense- und Reitbahnsee.
Bei manchem Neubrandenburger keimt die Hoffnung, dass nach dem beschwerlichen und undurchsichtigen Vorspiel und dem Platzen der "Toscana"-Träume trotzdem noch etwas aus den Thermenplänen der Stadt werden könnte. Denn auf der einen Seite wird mit dem Düsseldorfer sicherlich noch über lange Zeit ein Strauß auszufechten sein. Auch wollen die Abgeordneten zweifellos reinen Tisch machen. Doch wie es aussieht, könnte auf der anderen Seite zeitgleich ein neuer hoffnungsvoller Anlauf zur Therme genommen werden. Die Ideen um den "Fontanehof" scheinen doch recht greifbar zu sein. Doch ohne Fördermittel dürften auch die neuen Investoren nicht auskommen.
Bleibt nun die Frage, ob Schwerin mitziehen will und kann, bürokratische Wege abzukürzen bereit ist.
Da allerdings erhält das Übermütchen einen Dämpfer, auch wenn man gern bereit ist, nur das Beste zu hoffen. Denn im Gewirr von Richtlinien und Vorschriften (schon für ein Fähnchen vor dem Rathaus, geschweige denn für ein neues Verfahren beim Klären von Abwasser) ist selten ein rasches Durchschlüpfen - mal schön geredet.
Da hängt es auch gar nicht vom Fleiß und guten Willen der Bademeister ab - der sollte keinesfalls in Abrede gestellt werden -, ob die Saison vielleicht vorgezogen und das Klo länger geöffnet werden könnte. Es gibt eben Verwaltungszwänge mit Vorschriften, Richtlinien und Etatposten. Der Mantel der Bürokratie ist eng, aber der des Privaten teuer. "Das sollte mal jemand privat in der Hand haben, der würde schon zusehen, dass das Strandbad mit dem ersten warmen Sonnenstrahl floriert", war als Kommentar zum Saisonstart häufiger zu hören. Könnte man sich schon vorstellen, allerdings auch, dass vielen der Spaß zu teuer werden dürfte.
Reinhard Wehden
06.05.2000 © Nordkurier-Online 2000
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