Der Besucherzahlen-Rechner - oder: Wie man Thermen-Besucherzahlen schön rechnen kann - am Beispiel Gesundheits-Therme Schleswig
NDR Extra 3: Die überflüssigsten Thermen in Schleswig-Holstein
Platz 1: Keitum Therme Sylt
Platz 2: Campusbad Flensburg
Platz 3: Fördeland Therme Glücksburg
Favorit der Folgesendung: Gesundheitstherme Schleswig
Donaukurier 14.11.2003
Bernd Heimerl
Volker Kurz, Geschäftsführer der Betreiberfirma Interspa, zog deshalb gestern eine überaus positive Eröffnungsbilanz, die seine "Erwartungen übertroffen" habe. Vereinzelt aufgetauchte Kritik, so der Bäderexperte, werde zwar ernst genommen; es könne aber bereits festgestellt werden, dass es sich durchweg um normale Anlaufschwierigkeiten handele, die "in zwei bis drei Monaten kein Thema mehr" seien.
Die gestrige DK-Berichterstattung über erste Knochenbrüche auf den teils extrem langen und steilen Wasserrutschen ist solch ein Punkt, den die "Wonnemar"-Manager naturgemäß sehr interessiert zur Kenntnis genommen haben. Volker Kurz und sein örtlicher Centermanager Thomas Schönemann haben gestern betont, dass die bisherigen Unfälle keinesfalls auf Mängel an den Rutschen oder am Sicherheitskonzept der gesamten Anlage zurückzuführen seien. Hier sei ganz offensichtlich Fahrlässigkeit bzw. falsches Verhalten vereinzelter Badegäste im Spiel gewesen.
Alle Rutschen seien vom TÜV abgenommen, der Rutschenturm werde auch ständig von Kameras und einer Aufsichtsperson überwacht, sieht Geschäftsführer Kurz keinen Grund für Änderungen am Konzept. Einen kleinen technischen Defekt habe es in dieser Woche lediglich bei der so genannten Turborutsche gegeben, wo das Sperrsystem, das gefährliche Doppelnutzungen vermeiden soll, vorübergehend gestört war. Die Rutsche sei deshalb sofort außer Betrieb gesetzt worden, der Fehler inzwischen behoben.
Von einer dramatischen Unfallgefahr könne beim Rutschenturm auf keinen Fall die Rede sei, ist sich Volker Kurz sicher; wenn im Einzelfall das Management einmal nicht über einen tatsächlichen Knochenbruch informiert gewesen sei, dann nur deshalb, weil das "Wonnemar" natürlich keine Diagnoserückmeldungen aus dem Klinikum bekomme.
Zum Glück ist die Erörterung solch unglücklicher Vorfälle angesichts der Masse der offenbar zufriedenen Besucher wirklich nur ein Randthema, das sicher auch in anderen Bädern da und dort auftaucht. Interspa zeigt sich nämlich ansonsten von der Entwicklung seiner Ingolstädter Freizeitanlage positiv überrascht. Der Tagesbesucherschnitt von nunmehr rund 1600 liege sogar unerwartet deutlich über der Kalkulation von 1000.
Reservierungen empfohlen
Der Verkauf von immerhin schon rund 300 Clubkarten (mit Rabattfunktion) stimmt den Betreiber offenbar ebenfalls zuversichtlich. Der Wellnesbereich mit seinen vielfältigen Einzelangeboten ist laut Volker Kurz sogar schon so gefragt, dass Reservierungen eine Woche im Voraus empfohlen werden. Im eigentlichen Schwimmbad ist der Vier-Stunden-Tarif übrigens die bislang gefragteste Kategorie. Auch die Morgen- und späten Abendstunden sind bisher sehr gefragte Badezeiten, die offenbar von vielen Berufstätigen mit Schichtdienst genutzt werden. Kurz: "Wir sehen da einen gewissen Audi-Effekt."
Wenn es in diesen ersten Wochen auch schon mal längere Schlangen an der Kasse oder beim Verlassen des Bades am Abrechnungsautomaten gegeben habe (in einem DK-Leserbrief war dies bemängelt worden), so sei dies überwiegend der Gewöhnungspase zuzuschreiben, ist sich der Bädermanager sicher. Momentan sei die Unsicherheit der Besucher bei der Tarifwahl einfach noch ein Faktor. "Später", so glaubt Kurz, "marschieren die Leute da viel schneller durch."
Ein großes Kompliment hat der Geschäftsführer seinem Ingolstädter Personal ausgesprochen: "Das ist hier das beste Team unserer drei Bäder." Die Mannschaft habe die Anlaufphase aus Unternehmenssicht bestens bestanden.
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