Flensburger Tageblatt 19.04.2008
Flensburg
/
sh:z
- Die "Lausitzer Rundschau" berichtete diese Woche von finanziellen Problemen der Betreibergesellschaft "Aqua Vital". Denen versuchte Geschäftsführer Wolfgang Tober dadurch zu entgehen, in dem er per Änderungskündigung vier Beschäftigte auf 70 bis 40 Prozent ihrer momentanen Bezüge setzen wollte. Das Unternehmen misslang. Die Kündigungen gingen in die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung - und wurden öffentlich. Beim Gütetermin musste Tober Gründe darlegen. Und die ließen die Rundschau-Journalisten aufmerken. Durch Anlaufverluste sei seit Mai 2007 ein Minus von 85 000 Euro aufgelaufen. Könne er die Personalkosten nicht drastisch senken, drohe Insolvenz, schlimmstenfalls sogar Schließung des Bads.
Die Eckpunkte weisen für beide Städte frappierende Parallelen auf. Für 16,5 Millionen Euro entstand am Campus der Universität ein Bad mit acht 50-Meter-Bahnen plus Spaßfaktor. Die Finanzierung läuft über die inzwischen in der Commerz-Real aufgegangenen Commerz-Leasing, Betreiberin ist Tobers "Aqua Vital", die das Bad für 25 Jahre gepachtet hat und einen Betriebskostenzuschuss von 1,2 Millionen Euro jährlich bekommt. Damit nicht genug: Im 15 Kilometer entfernten Burg steht eine Therme, in Lübbenau (30 Kilometer) ein Spaßbad.
Im Flensburger Rathaus sieht man keinen Grund zur Sorge. Rathaussprecher Thomas Hansen verweist auf eine gänzlich andere Vertragsgestaltung, die Flensburg erheblich besser absichere als die Stadt Cottbus, die damit rechnen muss, das Bad deutlich vor Ablauf der 25 Jahre zu bekommen. Ginge in Flensburg die Betreibergesellschaft in die Insolvenz, würde das Bad an Commerz-Real fallen. Und die wiederum sei auf 25 Jahre verpflichtet, den Betrieb des Bades zu garantieren, sagt Hansen. Im Übrigen habe Tober zeitnah und umfassend über seine Schwierigkeiten informiert. Hansen: "Wir sehen das ganz gelassen." Holger Ohlsen
Presse Campus-Bad Flensburg
Suche auf tropenbad.de:
Startseite