Presse Weser-Therme
Quelle: www.hna.de vom 29.06.2009
Bad Karlshafen. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Betreiber der Weserbergland-Therme, Heinz Steinhart, eingestellt. Angestrengt hatte die Untersuchungen die Stadt Bad Karlshafen, da Steinhart angeblich aus einem Contracting Vertrag mit der Mannheimer MVV Energie AG unrechtmäßig zwei Mal gut eine Million Euro erhalten haben sollte (wir berichteten).
Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Kassel sind nunmehr alle Verfahren gegen Steinhart eingestellt. Der sieht sich durch die Entscheidung bestätigt und kündigte an, dass auf die Stadt Bad Karlshafen ganz bittere Zeiten zukämen.
Was das bedeutet, hat er in einem Brief an Bürgermeister Ullrich Otto in aller Schärfe formuliert, der wieder einmal ins Visier des Geschäftsmannes aus Stein geraten ist. Otto hält er vor, dass nunmehr der Beweis erbracht sei, "mit welch kriminellen und verwerflichen Methoden er arbeite". So habe der Rathauschef nicht nur üble Nachrede und Verleumdung begangen, sondern ihm, Steinhart, sogar eine Straftat bei Behörden unterstellt, die gar keine war.
Damit nicht genug, sieht der Thermen-Geschäftsführer auf die Stadt auch horrende Geldforderungen zukommen. Nach seiner Einschätzung sei Bad Karlshafen nie berechtigt gewesen, beim Thermenbau 3,2 Millionen Euro an Vorsteuer geltend zu machen. Bestätigt in seiner Einschätzung sieht sich Steinhart durch die Finanzämter Fürth und Hofgeismar. Mittlerweile habe das Finanzamt Hofgeismar in Fürth Unterlagen angefordert, wonach davon auszugehen sei, dass man mittlerweile auch dort die Sachlage anders einschätze, als es vorher der Fall war. Für Steinhart rollen unter diesen Voraussetzungen Forderungen auf die Stadt zu, die sich im Bereich von vier Millionen Euro bewegen.
Für Joachim Ewers, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtparlament, ist mit dieserEntwicklung ein weiteres Mal belegt, dass die Stadt mit der Betreibung der Therme völlig überfordert wäre. Nach wie vor werde im Rathaus der Versuch unternommen, Heinz Steinhart aus der Therme zu vertreiben, koste es was es wolle. Nunmehr dürfe man sich darauf einstellen, dass Steinhart gegen den Bürgermeister wegen übler Nachrede vorgehen werde. Damit könnten wieder Kosten auf die Stadt zukommen.
In einem Punkt zeigte sich Steinhart indes zufrieden. Nachdem Ruhe in der Therme einkehre, werde das zu einer weiteren Umsatzsteigerung beitragen. Bürgermeister Otto war am Wochenende nicht zu erreichen.
Von Peter kilian
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